Schnabeltassen und offene Becher - ein Vergleich

Sogenannte "Schnabeltassen" sind Trinklernbecher mit einem Schnabel, aus dem das Kind trinken kann. Viele sind mit einem Ventil ausgestattet, um das Auslaufen des Inhalts zu vermeiden.

 

Vielen Eltern ist allerdings nicht bewußt, dass Schnabeltassen die gleiche Saugtechnik wie Babyflaschen benötigen. Somit ist mit der Einführung der Schnabeltasse die Problematik, die mit der Babyflasche im Hinblick auf Zahn- und Kieferentwicklung verbunden ist, nicht aus dem Weg geräumt. 

 

Daher raten Experten zur möglichst frühen Umstellung auf eine offene Tasse oder einen offenen Becher.

 

Hier ein Vergleich zwischen Schnabeltassen und offenen Bechern:

 

Das Trinken aus einer Schnabeltasse, (oder einem Flaschensauger), erfordert eine andere Zungenführung und Mundstellung („Nur-Saugen“) als Stillen („Kau-Saug-Prozess“). Je nach Stärke des Ventils, welches ggfs. das Auslaufen verhindern soll, sind z.T. sehr starke Saugbewegungen erforderlich. Das Trinken aus einem offenen Becher erfordert ähnliche natürliche Mund- und Zungenbewegungen wie das Stillen ("Kau-Saug-Prozess").
Diese Saugbewegungen können auf Dauer ungünstige Veränderungen des Kiefers und der Mundhöhle hervorrufen, die mit Zahnfehlstellungen, Störungen der Schluckfunktion, Zungen- und Lippenhaltung, Ess- und Sprachentwicklung in Verbindung gebracht werden. Das Trinken aus einem offenen Becher fördert, genauso wie das Stillen, eine gesunde Entwicklung von Kiefer, Mundhöhle und Zähnen.
Schnabeltassen mit Auslaufschutz laden zum unbeaufsichtigten, häufigen Trinken im Laufe des Tages und sogar während der Nacht ein. Dieses Trinkverhalten wird mit Kariesbildung in Verbindung gebracht. Das Trinken aus einem offenen Becher führt bei jungen Kindern dazu, das der Becher nur unter Aufsicht und überwiegend in Verbindung mit Mahlzeiten verwendet wird.
Die Bezeichnung „Trinklernbecher“, auf Schnabelbecher mit Auslaufschutz (Ventil) bezogen, verdeckt nach Meinung der Britischen National Oral Health Promotion Group die Tatsache, dass diese Becher tatsächlich lediglich eine andere Form von Flaschen sind. Eltern werden dadurch oft irregeführt. Die Einführung eines offenen Becher bietet eine klare Abgrenzung zur Trinkflasche. Das Kind hat gleich das Erlebnis, "wie die Großen" trinken zu lernen.
Schnabelbecher und Trinklernbecher mit Auslaufschutz sind oft schwieriger zu reinigen als ein offener Becher. Sie bieten mehr Stellen, in denen sich Keime vermehren können. Offene Becher können leicht und gründlich gereinigt werden und haben keine Rillen oder schwer zu reinigende Stellen, welche die Keimbildung fördern.
Doidy Cup - Trinklernbecher im Vergleich